Extaso
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Ich weiß nicht, wie Philipp diese Strophe auf seinem Collegeblock nieder geschrieben hat, der Gesang gibt darüber keine genaue Auskunft. Sollte der inhaltliche Ansatz wirklich federführend gewesen sein, steht da nicht mehr oder weniger als: Es tut gut, die Wirklichkeit auszublenden, danke dafür, dass dies mit Dir gelingt, Partner. Ein Gespenst geht um in Deutschland: Die Neuen DeutschPoeten. Jemand, der sich in der lauen Mittelmäßigkeit von Wolke 4 eingerichtet hat, sollte nicht derartig übertreiben.
Lass uns die Wolke vier bitte nie mehr verlassen Weil wir auf Wolke sieben viel zu viel verpassen Ich war da schon ein Mal, bin zu tief gefallen Lieber Wolke vier mit Dir als unten wieder ganz allein Ziemlich gut, wie wir das so gemeistert haben Wie wir die großen Tage unter kleinen Dingen begraben Der Moment der die Wirklichkeit maskiert Es tut nur gut zu wissen, dass das wirklich funktioniert Lass uns die Wolke vier bitte nie mehr verlassen Weil wir auf Wolke sieben viel zu viel verpassen Ich war da schon ein Mal, bin zu tief gefallen Lieber Wolke vier mit Dir, als unten wieder ganz allein Lass uns die Wolke vier bitte nie mehr verlassen Weil wir auf Wolke sieben, viel zu viel verpassen Ich war da schon ein Mal, bin zu tief gefallen Lieber Wolke vier mit Dir als unten wieder ganz allein Lieber Wolke vier mit Dir als unten wieder ganz allein Lieber Wolke vier mit Dir als unten wieder ganz allein. Wünsche dir ein entspanntes Jahr, du wirst tun wonach dir ist. Und dann weiß ich: das bin ich nicht. Augenfällig dabei, dass vor allem junge greinende Männer dabei in der Überzahl sind.
Textkritik: Philipp Dittberner „Wolke 4“ - Bei mir auf jeden Fall und auch bei mindestens einem der Partner. Augenfällig dabei, dass vor allem junge greinende Männer dabei in der Überzahl sind.
Ein Gespenst geht um in Deutschland: Die Neuen DeutschPoeten. Wie jede Welle, spült auch die aktuelle Deutsche Welle nicht nur erfrischendes, klares Wasser an unsere Gestade, nein, der ganze Schlamm und Schleim kommt ebenfalls hoch und weil deutsches Liedgut so gefragt ist, wie lange nicht, wird jedes noch so kleine Talent unter Vertrag genommen und ausgequetscht. Augenfällig dabei, dass vor allem junge greinende Männer dabei in der Überzahl sind. Etwas geschmackvoller aber gleichwohl memmenhaft säuselten Andreas Bourani und Gregor Meyle in der Folge ihre Lieber wolke 4, gefolgt von Johannes Oerding und flankiert von Axel Bosse. Soweit so gut, denn ein gelungener trauriger Song zur rechten Zeit hatte schon immer seine Berechtigung. Die Betonung liegt allerdings auf gelungen. Diese unsäglichen Zwiegespräche von Herzen und Hirnen und der lyrische Tiefpunkt des Jahres, dass ein lyrisches Ich zwischen Bauch und Kopf steht, und letzterer sich dann auch noch schüttelt. Ich war schon oft nah dran mir den einen oder anderen Titel vorzuknöpfen, vor allem auch deswegen, weil es durchweg sehr, sehr erfolgreiche Lieder sind. Wer gibt allen Epigonen und Küchenlyrikern recht. Womit wir direkt bei Herrn Dittberner wären, der das Pech hat, dass ich ihn jetzt heraus picke, was ihm aber herzlich egal sein kann, denn im letzten August erhielt Dittberner vom Bundesverband Musikindustrie eine Platin-Schallplatte für über 400. Wir haben es mit einem erzählenden Lieber wolke 4 und einem anwesenden Du zu tun. Das anwesende Du ist der aktuelle Beziehungspartner, mit dem das lyrische Ich zur Zeit zusammen ist. Der Text ist eine Momentaufnahme, es wird bilanziert, dass es auf Wolke 4 ausreichend schön ist. Frage: Ergibt es irgendeinen Sinn, dass das Paar auf Wolke 4 etwas erlebt, was es auf Wolke 7 verpassen würde. Ich weiß nicht, wie Philipp diese Strophe auf seinem Collegeblock nieder geschrieben hat, der Gesang gibt darüber keine genaue Auskunft. Ich habe einfach mal einen Punkt hinter die zweite Zeile gesetzt. Wir haben also zwei Sätze, von denen ich den ersten noch halbwegs verstehe, auch wenn der Inhalt deprimierend ist: Lieber Partner, toll wie wir die großen Tage unter kleinen, alltäglichen Dingen begraben. Smilie, Daumen nach oben, Herzchen. Schwieriger wird es mit dem zweiten Satz. Ich bin nicht sicher, ob der Texter sich dem Diktat lieber wolke 4 Reimes beugte und so das maskiert in den Text kam. Sollte der inhaltliche Ansatz wirklich federführend gewesen sein, steht da nicht mehr oder weniger als: Es tut gut, die Wirklichkeit auszublenden, danke dafür, dass dies mit Dir gelingt, Partner. Grammatik und Satzbau gehen hier natürlich zum Teufel. Es ist halt schwierig, die Löschtaste zu drücken, wenn das Herz voll und der Kopf leer ist. Oh Jesus, da rennt ihm mal ne Alte weg und gleich ist sein Leben und sein kleines. lieber wolke 4 Paarreim hin oder her, so etwas streicht man aus seinem Textentwurf. Jemand, der sich in der lauen Mittelmäßigkeit von Wolke 4 eingerichtet hat, sollte nicht derartig übertreiben. An der dritten Zeile dieser Strophe scheitert allerdings meine Intellekt: Der Moment. Müsste die Zeile nicht richtiger: … der Moment ist der, der mir dann zeigt, dass … lauten. Fazit: Es ist nicht nur der mangelhafte Text, das Ganze weinerliche Getue und die für mich grundfalsche Annahme, dass irgendwer sich in der Liebe mit weniger als Wolke 9 zufrieden geben sollte, verleiden mir das Lied. Schön, dass es mir jemand abnahm. Doch will ich an dieser Stelle eine Lanze für den armen Philipp brechen. Warum will er auf Wolke 4 bleiben. Die Antwort ist denkbar einfach: Der arme Junge leidet an Akrophobie, an Höhenangst. Wenn er auf Wolke 7 sitzt, ist ihm das schlicht zu hoch, weshalb er das Liebesleben auf der niedriger gelegenen Wolke 4 einfach mehr genießen kann. Aber insgesamt ist die Situation in der neuen deutschen Poesie doch nicht neu. Wir hatten das in 1980ern schon und nannten es Neue Deutsche Welle. Jede Menge Eintagsfliegen mit Texten, die den Tiefgang eines Plattbodenschiffes hatten. Die Musik ist Business und das Business lieber wolke 4 nicht von Qualität sondern von Ersetzbarkeit.
Wolke 4 chipmunk Version
Aber insgesamt ist die Situation in der neuen deutschen Poesie doch nicht neu. Und manchmal reicht ein Lied, oder eine Melodie um Tränen in die Augen schießen zu lassen weil die Erinnerung dahinter unvergleichlich bleibt.. Das Leben ist zu kurz um nicht das zu tun, was einem gut tut. Die Betonung liegt allerdings auf gelungen. Lieber nur auf Wolke 4 sein als mit großen Verletzungen von Wolke 7 stürzen?